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Christoph Neuhaus Regierungsrat Belp |
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Es ist wohl
einmalig, dass hierzulande ein ehemaliger Magistrat noch 70 Jahre
nach seinem Rücktritt über einen so hohen Bekanntheitsgrad und
dermassen viel Popularität verfügt, wie dies auf Rudolf Minger
zutrifft. Mit Leib und Seele Bauer und mit hohem Format eines
Staatsmannes ausgestattet: So wurde er in gefahrenvoller Zeit für
viele Menschen in unserem Lande zu einem wichtigen Hoffnungsträger.
Neben einer ausserordentlichen Intelligenz, Entschlusskraft und
Standfestigkeit behielt er sich stets eine beispielhafte
Bodenständigkeit und Menschennähe. Sein Ausspruch:
„Mein Kompass sind mein Gewissen und meine Überzeugung. Für die
trete ich ein, unbekümmert um jede Kritik, komme sie woher sie
wolle“ zeugt von seiner unerschütterlichen Gesinnungs-
und Charakterstärke. Diese spürten die Menschen sehr wohl und
brachten ihm deshalb hohes Vertrauen entgegen.
Wohl unterscheidet sich unsere Zeit teilweise grundlegend gegenüber der Wirkungszeit Rudolf Mingers. Entsprechend lassen sich auch die heutigen Aufgaben nicht mehr mit den Rezepten der Zwanziger- und Dreissigerjahre des vergangenen Jahrhunderts bewältigen. Unsere gelegentlich orientierungslos wirkende Zeit bedarf aber Vorbilder in der Währung Rudolf Mingers nötiger denn je. Wenn die Politik von den Menschen verstanden werden möchte und ein Vertrauen geniessen soll, das auch Krisen durchzustehen vermag, muss sie sich durch jene Aufrichtigkeit, Unerschrockenheit und Glaubwürdigkeit auszeichnen, wie sie Bundesrat Rudolf Minger zeitlebens eindrücklich verkörpert hat. |
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